Selbstkompetenz-Modell nach Salig/Theissler

Begriffe wie Selbstwert, Selbstverantwortung oder Selbstwahrnehmung hat vermutlich jeder schon einmal gehört. Aber wie hängen sie eigentlich zusammen?

Und wie interagieren sie miteinander?

Selbstkompetenz als Gamechanger

In der Arbeit mit über 1.000 Patienten und Klienten haben Susanne & Arne Salig gemeinsam mit der Psychologin Melanie Theissler das Modell der Selbstkompetenz entwickelt und validiert.

Eine klare Erkenntnis dieser Arbeit:

Selbstkompetenz ist der Schlüssel für Erfolg, Lebensfreude und psychische Gesundheit.

Was für jeden Einzelnen wichtig ist, ist auch für Organisationen essentiell. Denn unabhängig von der Qualität der Prozesse und Strukturen ist es am Ende immer der Mensch, der mit seinem Handeln über den Erfolg entscheidet. 


Selbstkompetenz-Modell

Das Haus der Selbstkompetenz –
Ein Modell für Mitarbeitende und Führungskräfte


Stellen Sie sich Selbstkompetenz wie ein Haus vor. Dieses Haus steht für die innere Stabilität und Klarheit, die Menschen benötigen, um im beruflichen Kontext wirksam, gesund und souverän zu handeln. Besonders in Unternehmen – unter Leistungsdruck, in Veränderungsprozessen oder in Führungsrollen – entscheidet die Qualität der Selbstkompetenz oft darüber, ob Mitarbeitende aufblühen oder ausbrennen, ob Führung gelingt oder scheitert.


Das Fundament:
Selbstwahrnehmung


Die Basis jeder Form von Selbstkompetenz ist die Selbstwahrnehmung. Wer im Berufsalltag dauerhaft leistungsfähig und gleichzeitig gesund bleiben möchte, muss sich selbst gut kennen: die eigenen Bedürfnisse, Werte, Stärken und Grenzen – aber auch die Stressmuster und inneren Antreiber. Nur wer erkennt, was ihm guttut (und was nicht), kann im Arbeitsumfeld sinnvoll steuern, kommunizieren und Entscheidungen treffen.


Die erste tragende Seitenwand:
Selbstakzeptanz


Gerade in leistungsorientierten Umgebungen fällt es vielen schwer, sich selbst mit ihren Ecken und Kanten anzunehmen. Doch Selbstakzeptanz ist zentral – sie bedeutet, sich mit der eigenen beruflichen Biografie und den gemachten Erfahrungen zu versöhnen. Dazu gehört auch Selbstvergebung: den inneren Frieden mit Fehlern oder vermeintlichen Fehlentscheidungen zu finden. Wer sich selbst akzeptiert, begegnet auch anderen wertschätzender – eine essenzielle Kompetenz im Team und in der Führung.


Die zweite tragende Seitenwand: Selbstverantwortung


Ein häufig unterschätzter, aber entscheidender Faktor im Arbeitskontext ist die Selbstverantwortung. Sie bedeutet, das Steuer für das eigene berufliche Handeln in die Hand zu nehmen – statt in Schuldzuweisungen, Passivität oder Abhängigkeit zu verharren. Selbstverantwortung ist der Schlüssel zu echter Selbstwirksamkeit: dem Wissen, dass man aktiv gestalten, beeinflussen und verändern kann – auch unter schwierigen Bedingungen.


Die Stütze:
Selbstfürsorge


Dauerhafte Leistungsfähigkeit erfordert bewusste Selbstfürsorge. In Unternehmen ist dies oft ein blinder Fleck – gerade bei engagierten Mitarbeitenden oder Führungskräften. Dabei geht es um weit mehr als „Work-Life-Balance“: Selbstfürsorge meint die Fähigkeit, frühzeitig für eigene Ressourcen zu sorgen, Pausen sinnvoll zu gestalten und langfristig gesund und wirksam zu bleiben.


Das Dach:
Selbstwert


Ein stabiler Selbstwert schützt wie ein Dach vor äußeren Einflüssen – etwa vor übermäßiger Kritik, Druck oder Unsicherheit. Wer seinen eigenen Wert kennt, handelt souveräner, kommuniziert klarer und bleibt auch in herausfordernden Situationen handlungsfähig. Der Selbstwert stützt sich auf drei zentrale Aspekte:


Selbstliebe als innere Anerkennung


Selbstbewusstsein als äußere Ausstrahlung


Selbstvertrauen  als Haltung, die sowohl nach innen als auch nach außen wirkt


Selbstkompetenz als Gesamtkonzept


In unserer Arbeit mit über 1.000 Menschen – darunter auch viele Führungskräfte und Mitarbeitende in herausfordernden Rollen – konnten wir zeigen: Selbstkompetenz funktioniert nur als Ganzes. Wer beispielsweise versucht, allein „mehr Selbstvertrauen“ aufzubauen, ohne sich selbst wirklich zu kennen oder Verantwortung zu übernehmen, wird kaum nachhaltige Ergebnisse erzielen. Wie beim Hausbau gilt: Man beginnt nicht mit dem Dach, sondern mit einem soliden Fundament.

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